Neue Lebensverläufe erfordern ein Umdenken in unserer Gesellschaft

Junge Menschen haben heute weniger als früher die Chance, das gesellschaftliche Miteinander schon in der Familie einzuüben. Unterschiedliche Lebensentwürfe, die früher durch verschiedene Lebensarten und berufliche Ausrichtungen in einer Großfamilie ganz selbstverständlich waren, stehen immer seltener als vielfältige familiäre Vorbilder bereit, an denen sich Kinder und Jugendliche orientieren können.

Die junge Generation braucht für ein gelingendes Leben nicht nur viel Wissen, sondern auch soziale Kompetenzen, damit sie ihr Leben meistern kann. Auch in der Jugend gilt: jeder muss sich anstrengen, so gut er kann. Eine Politik, die Menschen zu Eigenverantwortung und Solidarität motiviert, handelt sozial.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein Kernbestandteil christlich demokratischer Politik. Auch ich möchte, dass diejenigen, die in Familien Arbeit und Verantwortung übernehmen, die breite Unterstützung aus allen Teilen der Gesellschaft erfahren und in den Sozialversicherungen wie im Steuersystem besser gestellt werden.

Besserstellung von Personen mit Kindern bzw. allgemein von Familien

Eltern üben zugunsten ihrer Kinder oft Verzicht. Dies kommt unserer Gesellschaft zu Gute, denn ohne Kinder gäbe es in absehbarer Zeit, trotz gestiegener Lebenserwartung, keine Gesellschaft mehr. Deshalb halte ich es auch für richtig, dass Eltern in der gesetzlichen Rentenversicherung grundsätzlich besser gestellt werden als kinderlose Versicherte und am steuerlichen Splitting-Vorteil festgehalten wird.

Darüber hinaus sollten jedoch weitere, gezielte Anreize gesetzt werden, damit sich Eltern für mehrere Kinder entscheiden. Gerade Eltern, die sich für drei oder mehr Kinder entscheiden, brauchen besondere Unterstützung, da in solchen Familien der Verzicht in noch stärkerem Maße vorherrscht als in Familien mit ein bis zwei Kindern.

Dass der Kindergartenbesuch mittelfristig beitragsfrei ermöglicht werden muss, ist in unserer vom demografischen Wandel betroffenen Gesellschaft keine realitätsferne Träumerei, sondern blanke Notwendigkeit, um weitere Anreize für eine Familiengründung zu schaffen. Unser Land muss wieder ein Land werden, in dem das Leben mit Kindern leichter und selbstverständlich wird.

Bildung fördern

Die soziale Herkunft von Menschen darf nicht über ihre Zukunft entscheiden. Aufstieg durch Bildung, so lautet unser gesellschaftspolitisches Ziel. Alle müssen einbezogen, keiner darf zurückgelassen werden. Armut beginnt allzu oft als Bildungsarmut. Die Teilhabe aller an Bildung und Ausbildung ist ein Gebot der Chancengerechtigkeit.

Die soziale Sicherheit und der gesellschaftliche Zusammenhalt erfordern, dass wir Kinder zu starken Persönlichkeiten heranbilden, die Vertrauen haben in ihre eigenen Fähigkeiten, soziale Rücksicht lernen und fähig sind zu Eigenverantwortung und Solidarität.

Kultur fördern

Ohne Kultur entsteht keine Bildung, ohne Bildung wächst keine Kultur. Kulturelle Bildung ist unerlässlich, um dem Einzelnen zu helfen, seine Persönlichkeit zu entfalten und an Demokratie und Gesellschaft teilzuhaben. Die kulturelle Dimension ist eine wesentliche Voraussetzung zur Vermittlung von Orientierung und Wissen. Insbesondere junge Menschen müssen frühzeitig an Kunst und Kultur herangeführt werden. Nur so können in Zukunft Angebot und Nachfrage für künstlerische Berufe und Kultureinrichtungen nachwachsen. Kulturelle Bildung muss in der Familie beginnen und darf mit der Schule nicht aufhören.

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu. Datenschutzerklärung