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Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer seien gering im Vergleich zu den Vorteilen. Welche Nebenwirkungen sind bekannt und was sollten Betroffene tun?

In den klinischen Phase-3-Studien traten bei sehr vielen Menschen Schmerzen an der Einstichstelle auf. Sehr viele Menschen heißt in diesem Fall 66 bis 83 Prozent der Teilnehmenden. Auch Müdigkeit und Kopfschmerzen waren recht häufig ebenso wie Schüttelfrost oder Muskelschmerzen. Und auch mit Fieber muss man rechnen, dies trat bei elf Prozent der Älteren und 16 Prozent der jüngeren Impflinge auf. Das sind alles Nebenwirkungen, die bei anderen Impfungen auch vorkommen. Das ist also normal.

https://www.deutschlandfunk.de/corona-impfstoff-impfrisiken-im-faktencheck.676.de.html?dram%3Aarticle_id=487827#c

Was ist zu tun bei ungewöhnlichen Nebenwirkungen?

Ungewöhnliche Nebenwirkungen sollte man seinem Hausarzt melden. Als ungewöhnlich gelten hier alle Nebenwirkungen, die bei der Impfung normalerweise nicht auftreten. Die Meldung beim Hausarzt ist wichtig, denn dieser gibt die Information an das Paul-Ehrlich-Institut weiter. Dort werden sie dann systematisch erfasst und bewertet.

Bewertet heißt: es werden auch die Vorerkrankungen des Impflings analysiert und geschaut, ob es hier möglicherweise einen Zusammenhang gibt. Also wenn jemand unter Bluthochdruck leidet und kurz nach einer Impfung eine Komplikation auftritt, die das Herz-Kreislauf-System betrifft, dann wäre die Bewertung eine andere, als wenn das bei einer Person ohne Vorerkrankung auftritt.

Das Paul-Ehrlich-Institut gibt dann all diese Informationen an die Europäische Arzneimittelaufsicht (EMA) weiter. Und bei der EMA laufen dann aus ganz Europa Daten ein, die in einer zentralen Datenbank gesammelt werden. Und falls es bei bestimmten Gesundheitsbeschwerden tatsächlich einen statistisch signifikanten Zusammenhang zur Impfung gibt, würden diese Nebenwirkungen dadurch sehr schnell erfasst.

Zusätzlich gibt es auch die Möglichkeit, Nebenwirkungen über ein Online-Portal zu melden. Unter: https://nebenwirkungen.bund.de

Welche seltenen Nebenwirkungen sind denkbar?

Bislang gibt es keine Erfahrungen mit mRNA-Impfstoffen gegen Infektionskrankheiten. Der Impfstoffforscher Leif-Erik Sander von der Berliner Charité sagt, dass Autoimmunreaktionen des Körpers bei Impfungen grundsätzlich ein Problem sein können – solche Nebenwirkungen sind aber äußerst selten. Autoimmunreaktionen sind quasi Angriffe des Immunsystems gegen körpereigene Strukturen; der Körper greift sich selbst an, weil er körpereigene Strukturen für Fremdkörper hält, die er bekämpfen muss.

Vorhersagen kann man solche Reaktionen leider nicht. Das liegt eben genau daran, dass sie so selten auftreten. Erst durch klinische Studien mit sehr vielen Teilnehmern und sehr langen Beobachtungszeiträumen kann man Zusammenhänge herausfinden.

Bei der Schweinegrippe hat der Impfstoff Pandemrix bei Menschen mit einem sehr speziellen genetischen Merkmal zu Narkolepsie geführt, einer Art Schlafkrankheit. Bei etwa 60 Millionen weltweit verabreichten Impfstoffdosen gab es etwa 1.300 Fälle, in denen Menschen eine Narkolepsie entwickelt haben.

Das heißt, selbst wenn man 100.000 Menschen vorher getestet hätte, wäre diese Nebenwirkung möglicherweise nicht aufgefallen. Sie trat zudem zeitversetzt auf. Manche Menschen haben erst Jahre später einen Zusammenhang zwischen ihrer Müdigkeit und der Impfung hergestellt. 

Wann treten Autoimmunerkrankungen auf?

Autoimmunreaktionen können auftreten, wenn bestimmte Virusproteine oder auch Bestandteile in bestimmten Impfstoffen zufällig eine sehr ähnliche molekulare Struktur haben wie ein körpereigener Rezeptor oder Ähnliches. Wenn jemand mit solchen ähnlichen Eiweißen geimpft wird, kann es passieren, dass das Immunsystem gegen körpereigene Strukturen ‘scharfgemacht’ wird. Der Körper greift dann nicht nur das Virus, sondern auch sich selber an. Das will man natürlich unbedingt vermeiden.

mRNA-Impfstoffe sind hier aber nicht per se gefährlicher als beispielsweise Impfungen, bei denen Virusproteine oder abgestorbene Viren verabreicht werden. Autoimmunreaktionen können ganz allgemein bei Impfungen nicht ganz ausgeschlossen werden.

Aber auch bei Virusinfektionen selbst können sie vorkommen.

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Thema von mir aktualisiert im Juli 2020 - Marcel Merklein (c)